Über uns
Sie stellen sich sicher die Frage, welchen Hintergrund ein "Förderverein der Jugendstrafanstalt" eigentlich hat. Warum und welche Förderung braucht ein Jugendknast? Warum sollten Bürger, die ihre Lebenskreise weit entfernt von der kriminellen Szene ziehen, sich überhaupt mit dem Thema Jugendstrafvollzug beschäftigen?
Der Grund ist ebenso einfach wie naheliegend: Wir – die Gesellschaft – sollten daran interessiert sein, dass Straftäter in der Justizvollzugsanstalt ihre Strafe nicht nur absitzen, sondern von dort auch etwas für ihr Leben in Freiheit mitnehmen. Denn dieses Leben nach Strafverbüßung führen sie mitten unter uns.
Der Jugendstrafvollzug hat eine wichtige Funktion innerhalb der Gesellschaft. Menschen, die sich beharrlich weigern, die Rechte der Gemeinschaft und Anderer zu respektieren oder Straftaten mit schweren Folgen für Opfer oder die Gesellschaft begehen, brauchen eine Form der Grenzziehung. Das kann u.U. dann eine freiheitsentziehende Maßnahme sein.
Doch "Wegsperren" bringt nur einen zeitlich begrenzten Erfolg für den Rechtsfrieden mit sich. Moderner Strafvollzug orientiert sich in seinen Behandlungszielen vor allem daran, die jugendlichen Inhaftierten auf ein Leben ohne Straftaten vorzubereiten. Dazu reicht die Zeit hinter den Gefängnismauern nicht. Und auch die MitarbeiterInnen des Strafvollzuges können diese Aufgabe kaum allein bewältigen.
Als ich im Mai 2006 gemeinsam mit der Rechtsanwältin Dr. Annette Linkhorst und dem pensionierten Lehrer Hartmut Schnur einen Gründungsaufruf für einen Förderverein der Jugendstrafanstalt Berlin verfasste, hatten wir die Intention, als freier Verein der Strafrechtspflege die erzieherische Arbeit in der Jugendstrafanstalt Berlin zu fördern. Zudem wollen wir ein Zeichen setzen: Statt über dauerhafte Überbelegung der Jugendstrafanstalt Berlin bei gleichzeitig permanentem Personalabbau zu klagen, gilt es Solidarität mit den MitarbeiterInnen der Jugendstrafanstalt zu zeigen und mit persönlichem Engagement für eine erfolgreiche pädagogische Arbeit einzutreten.
Gerade im Jugendstrafvollzug ist es wichtig, die Täter über einen gut strukturierten Tagesablauf mit vielen Elementen einer individuellen Förderung und intensiver Gruppenarbeit an gesellschaftliche Normen zu gewöhnen. Dies fordert Kreativität, scheitert aber nicht selten im Vollzugsalltag an fehlendem Personal oder an fehlenden finanziellen Mitteln.
Dem wollen wir entgegentreten. Der Förderverein der Jugendstrafanstalt ist als gemeinnützig anerkannt. Er wirbt um Zuwendungen, die für Projektarbeit im Bereich Lernen, Sport, Kunst und Kultur eingesetzt werden sollen. In regelmäßigen Abständen wollen wir auf dieser Homepage über die verschiedenen Projekte berichten.
Die Arbeit des "Förderverein der Jugendstrafanstalt Berlin" geht uns alle an; Resozialisierung ist eine gesellschaftliche Aufgabe.
Bitte unterstützen Sie uns!
Ihr Detlef Discher |